Donnerstag, 24. Mai 2007

Exploring the Franz Josef Glacier

Juhu ihr Lieben!

Bevor ich irgendwas erzaehle moechte ich kurz darauf aufmerksam machen, dass ich dieses mal zur Abwechslung und zur geistigen Stimulation Blogger.com auf Japanisch nutze...Willkommen in der bunten Welt der Internetcafes!

Egal, wie ich ja schon angekuendigt habe, stand gestern (also am Mittwoch) die Tour auf den Gletscher "Franz Josef" an. Als wir am Vortag in gleichnamigen Ort ankamen, der schaetzungsweise ueber nur 25 Einwohner, dafuer aber 10 Backpacker Hostels verfuegt, wurde uns von der Gletscher-Walk-Agentur schon mal angekuendigt, dass fuer morgen monsumartige Regenfaelle erwarten werden... Na Servus. Dennoch haben Jess und ich uns nicht runterziehen lassen und haben erstmal Franz-Josef erkundet. Das heisst wir waren im Buch-Shop, in der Tankstelle, in den 2 Souvenir-Shops und einer der zwei Bars....Damit haben wir das Programm aber auch komplett ausgeschoepft und uns zur Entspannung die restliche Zeit des Tages mit 3,5 Videos vertrieben...
Am naechsten Tag ging es dann los: Juchu und es regnete wirklich in Stroeme. Nachdem jess und ich dann pitsch-nass im Office angekommen sind, wurden wir und die anderen 36 Full-Day-Trip-Kunden mit einer Mischung aus einem Feuerwehrmann- und Schluempfen-Kostuem ausgestattet. Also:blaue overtrousers, ne dicke, farblich genau passende Regenjacke (die ich mal ueber mein T-Shirt, die zwei Pullis und meine eigene Regenjacke gezogen haben-sicher ist sicher), farblich absolut nicht passende gruene Wollsocken (habe gleich zwei Paar beansprucht), dann so clownsmaessige Bergarbeiter-Treter, ne dunkelblaue Wollmuetze und beige-farbige Faeustlinge. Damit wir aber noch so n bisschen zumindest nach Zwerg aussehen, hat jeder noch eine rote Bauchtasche bekommen, in denen dann die Spikes verstaut waren. In einheitlichem Outfit ist die ganze Mannschaft dann zum Startpunkt der Tour gekarrt worden. In der Zwischenzeit hatte es gott sei dank aufgehoert zu regnen....



Nach einem ca. halbstuendigen Marsch durch Wald, Fluss und ueber Huegel sind wir am Gletscher angekommen. War schon sehr imposant am Fusse eines so riesigen Eisbergs zu stehen. Das besondere an Franz-Josef (er wurde uebrigens nach dem oesterreichischen Kaiser benannt) ist, dass er einer von drei Gletschern ist, die in so niedriger Hoehe und mitten im Regenwald liegen (der zweite ist der Fox Glacier in unmittelbarer Naehe von Franz-Jupp und dann gibts Nr. drei irgendwo in Suedamerika). Nachdem wir dann in vier 9er-Gruppen geteilt wurden, haben wir uns die Spikes unter die Moonboots geschnallt und los gings...



Entgegen all meiner Befuerchtungen war der Aufstieg recht easy. Klar, ich bin ein paar mal ausgerutscht, aber dass passiert mir auch auf ebener STrasse. Ausserdem haben die Guides echt hardcore geschufftet und immer wieder mit diesem ueberdimesionalen Eispickel (ich kannte die nur aus Basic Instinct) Stufen ins Eis gehauen. Auf grund reiflichen Abwaegens aller einschlaegigen KRiterien haben JEss und ich uns auch gleich fuer den richtigen Guide entschieden. Naemlich den mit der meisten Erfahrung, dem breitesten Kreuz und dem einzigen Einheimischen, der allerdings ueber einen recht makaberen Humor verfuegte, wie sich spaeter rausstellte.

Je weiter man hochkletterte, desto beeindruckender wurde die Aussicht-sowohl nach oben als auch nach unten. Waehrend es nach unten hin schlichtweg beeindruckend war, den Kontrast zum gruenen bluehenden Regenwald und dem Fluss zu sehen, war es nach oben hin fazsinierend zu sehen, dass dieser Gletscher erst irgendwo am Horizont zu enden scheint...wie so eine weisse Watteleiter in den Himmel....Es hat wirklich hammerspass gemacht, auf Eis zu gehen, zu klettern und zu rutschen. Eigentlich dachte ich irgendwann: alle Sorge umsonst. Alles supi! Aber denkste: just in dem Moment wird unser Guide angefunkt und meinte kurz darauf: Er muesse jetzt mal zur anderen Gruppe zurueck, wir sollen doch mal das Eis erkunden, aber bitte nicht in eine Geltscherspalte rutschen (von denen es dort in der Tat einige gab)...Sehr guter Tipp und schon war er wer. Also standen wir da zu neunt und waren so ein bisschen ratlos. Nachdem ich zunaechst dachte:"Alles halb so wild, er kommt ja gleich wieder", bin ich dann doch spaetestens als es anfing zu donnern wieder unverkennbar die "alte" Silke gewesen, die sich aufregt, rumzickt und den Typ als verantwortungslosen Massenmoerder titulierte. Natuerlich zu Unrecht. Kurz darauf war er wieder da, meinte wir sollen einfach hochspringen, wenn der Blitz ins Eis einschlaegt und hat uns dennoch sicher da runter gefuehrt. Wofuer ich ihn unendlich dankbar bin, zumal ich nicht glauben wollte, dass ich auf einem Gletscher, der den Namen meines Vaters traegt, verenden soll...



Alles in Allem war die Tour ein absolut geniales Abenteuer und ich empfehle es definitiv weiter-auch wenn es in unserem Fall schon eine recht nasse Angelegenheit war, insb. da sich ueberall auf dem Gletscher kleine Fluesschen und Wasserfaelle aufgrund des Regens gebildet haben. Aber wann sonst hat man schon mal die Gelegenheit auf einem riesigen Eisklumpen rumzuwatscheln.....

Mittlerweile sind wir in Queenstown angekommen. Werde bald berichten, was sich hier so ereignet. Bis dahin viele Gruesse aus dem herbstlichen/meiner MEinung nach winterlichen NEUSEELAND!

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